Après-Ski auf den Adventmärkten

Redaktionsleiter Heimo Potzinger

Auch wenn sich Veranstalter und Organisatoren vielerorts noch so sehr um Festkultur und Brauchtumspflege bemühen – oder vorgeben, es zu tun – sind die allermeisten Adventmärkte in der Region doch nichts weiter als Schanigärten mit Après-Ski-Charakter. Aus den Glühweinstandln dröhnt laute Discomusik anstatt stimmiger Weihnachtslieder. Auch der Krampusrummel hat mehr mit einem Open-Air-Techno-Konzert als mit Adventbrauchtum gemein. Zeit, Raum und Stille für Einkehr und Rückbesinnung findet man nur in wenigen bodenständigen Gemeinden.
Am Typ des Veranstalters lässt sich leicht ablesen, welchen Charakter der Adventmarkt oder das Nikolofest annehmen wird. Vereine hören freilich lieber die Klubkassa klingeln als die Weihnachtsglöckchen läuten oder die Krampusketten rasseln. Einfach daheim bleiben, könnte die Devise lauten – wäre das Gegröle betrunkener Jugendlicher nicht Appell an unsere Zivilcourage und die Pflicht der Gemeinden, dem Treiben ein Ende zu setzen.

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