Verstrahlte Schwammerl auf der Koralpe
Deutschlandsberg: Deutschlandsberg | Der Unfall in Tschernobyl ist bereits 24 Jahre alt. Zur Erinnerung: Die Deutschlandsberger Koralpe gehörte zu den höher verstrahlten Gebieten Österreichs. Von der Stadtgemeinde wurden viele Jahre lang Lebensmittel von der Alm zur Untersuchung an das Institut für Strahlenmesstechnik Graz gesendet. Nach mehreren Jahren sind die Messergebnisse der meisten Lebensmittel auf ein nicht mehr messbares Niveau zurückgegangen.
Anders ist die Situation bei Schwammerln. Egal ob Eierschwammerln, Herrenpilze oder Täublinge: die Radioaktivitätswerte haben sich in den vergangenen Jahren nicht geändert.
Nun wurden ein weiteres Mal frische Eierschwammerln und Steinpilze aus Glashütten gemessen.
Das Ergebnis der Untersuchungen: Eierschwammerln: 590 Bq / kg (der Grenzwert beträgt 600 Bq; Becquerel verweist auf die Anzahl der Atome, deren Zerfall man pro Sekunde erwartet); Steinpilze: 355 Bq / kg (der Grenzwert beträgt 600 Bq).
Die Messwerte von Schwammerln waren schon vor 20 Jahren immer zwischen 200 Bq und 1000 Bq und haben sich damit nicht verändert. Nur der Grenzwert wurde im Jahr 2000 von 200 Bq auf 600 Bq angehoben. Somit liegt die Radioaktivitätskonzentration unter dem neuen Grenzwert für Schwammerln.
Laut Auskunft des Institutes für Strahlenmesstechnik wird sich diese Situation auch in den nächsten Jahrzehnten nicht ändern. Die radioaktive Strahlung ist fest im Boden gebunden, womit auch erfreulicherweise eine Auswirkung auf das Grundwasser nicht zu befürchten ist. Übrigens: Auch Heidelbeeren sind noch stark verstrahlt.