Pack die Badehose ein

Jürgen Fussi hat sich im 14 Grad kalten Speichersee auf dem Präbichl auf sein Abenteuer vorbereitet.

Jürgen Fussi aus Proleb wagt die "Beltquerung" - er will von Rodby in Dänemark nach Fehmarn in Deutschland schwimmen.

Am 11. Augsut setzt sich Jürgen Fussi aus Proleb ins Flugzeug nach Kopenhagen. In Dänemark will er vom Strand in Rodby aus zur „Beltquerung“ starten, die weltweit als einer der härtesten Bewerbe für Langstreckenschwimmer gilt. 21 Kilometer beträgt die geografisch kürzeste Distanz durch die Ostsee zum Landepunkt in Deutschland an der Küste von Fehmarn. Durch die Strömung oder Schwimmrichtung kann sich diese auf 25 Kilometer verlängern. Die Rekordzeit von 5:11 Stunden,
aufgestellt vom deutschen Schwimmeuropameister Christof Wandratsch, wird er nicht erreichen. „Aber in sechs bis acht Stunden sollte ich es schaffen“, sagt Fussi optimistisch.
Trotz dieser Anstrengungen wird Fussi nicht besonders warm werden. Die Wassertemperatur in der Ostsee beträgt zwischen 15 und 21 Grad. Wobei letzterer Wert kaum erreicht wird, starker Wind und Regen sind nicht nur unangenehme Begleiterscheinungen, sie sorgen auch für eine empfindliche Abkühlung des Wassers.
Daher wünscht sich Fussi gutes Wetter und eine günstige Strömung. Für Freitag oder Samstag hat er die Beltquerung geplant. Begleitet von einem Boot mit Skipper und einem persönlichen Betreuer wagt er als erster Österreicher dieses außergewöhnliche Marathonschwimmen. Zur extremen Distanz kommt erschwerend noch dazu, dass sich die Schwimmer nicht mit Neoprenanzügen schützen dürfen. Nur Schwimmbekleidung, Brille, Kappe sind erlaubt. Als Kälteschutz dürfen nur Fette am Körper verwendet werden. Melkfett hat sich bei Tests als am besten geeignet erwiesen. Selbst wenn das im Meerwasser eine rasche Ablaufzeit hat. „Nach vier bis fünf Stunden ist kein Melkfett mehr auf der Haut. Aber spätestens dann spürst du die Kälte nicht mehr“, sagt Jürgen Fussi.
Der 44 Jahre alte Extremsportler hat zum Training viele Badeseen der Steiermark besucht. „Optimale Bedingungen habe ich am Speichersee am Präbichl vorgefunden. Mehr als 14 Grad hatte das Wasser dort nicht“, erklärt Fussi. Eine leichte Schulterverletzung machte ihm zuletzt zu schaffen. Fussi beißt die Zähne zusammen, als Starter bei sechs Ironmanbewerben gilt er als „harter Hund“. „Beim Langstreckenschwimmen ist es wie beim Triathlon: Aufgeben tut man nur einen Brief“, sagt er entschlossen.

Autor: Wolfgang Gaube

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