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10.11.2009 15:51 Uhr

Filmkritik

Das weiße Band

Das weiße Band -

Arthouse-Drama / D/F/Ö 09 / 145min. / R: Michael Haneke / mit Christian Friedel, Ulrich Tukur, Burghart Klaußner

Farblosigkeit umrahmt von Lärm und wenig Inhalt kennt man im Kommerzkino zur Genüge. Die Filmpaläste sind zur allgemeinen Erbauung voll davon, was auch gut ist. Trotzdem gelten die handwerklich perfekte Nischenfilme eines Michael Haneke (Die Klavierspielerin, Funny Games, Caché) als willkommene Abwechslung. Haneke, der sich als Provokateur und Aufzeiger menschlicher Abgründe einen Namen machte, analysiert diesmal die scheinheiligen Strukturen eines protestantischen Dorfes vor dem Ersten Weltkrieg. Dort ereignen sich eine Reihe folgenschwerer „Unfälle“, die hintergründig eine latente Verbitterung einer ganzen Generation zum Ausdruck bringen – ein ganzheitliches Porträt, das durch Strenge, Klarheit und Präzision in Wort und Bild besticht. Der hohe Spannungsgrad wird ferner durch die fantastischen Schwarz-Weiß-Bilder gehalten, die dem Betrachter ein Gefühl extremer Nähe zu den damaligen Lebensumständen vermitteln. Genauso trägt Hanekes Liebe zum Detail dem Anspruch auf Authentizität Rechnung. Dass auch dem Schauspieler-Ensemble wenig vorzuwerfen ist, sei der Vollständigkeit halber dazugesagt.

FAZIT: Wenig Lärm, viel Inhalt und alles andere als farblos! (Christoph Reicht)

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