Die Grünen-Nationalratsabgeordnete Christiane Brunner und der Landessprecher der Grünen, Josko Vlasich, schätzen, dass die Lenzing Fibers Gmbh in Heiligenkreuz seit 1995 Förderungen in dreistelliger Millionenhöhe in Form von Ziel-1-EU-Förderungen sowie Wirtschatsförderungen von Bund und Land erhalten habe. Zuletzt habe das Land erneut Fördergelder in Höhe von 6,9 Millionen Euro zugesichert. Die Müllverbrennungsanlage mit zehn Millionen Euro an Förderinvestitionen und dem einzigen Zweck, billige Energie für Lenzing zu liefern, sei ebenfalls in Planung. Wie viel Geld insgesamt in das Lenzing-Werk geflossen sei, werde unter dem Deckmantel des Datenschutzes geheim gehalten.
„Wir fordern eine Transparenzdatenbank wie bei den Agrarförderungen und somit eine Offenlegung aller Förderungen“, appelliert Brunner an die Landesregierung, die Fördergelder-Auszahlung an einige Betriebe zu überdenken.
„Lenzing Fibers in Heiligenkreuz ist einer der größten Leitbetriebe im Bezirk Jennersdorf mit 180 hochqualifizierten Arbeitsplätzen, die die Region dringend benötigt. Wenn die Förderungen, ob von EU, Bund oder Land, nicht genützt werden, fließt dieses Geld in eine andere Region“, argumentiert ÖVP-Landtagsabgeordneter Helmut Sampt. Das Unternehmen werde durch eine weitere Produktionssteigerung 2009 und 2010 30 neue Mitarbeiter einstellen, prognostiziert der Landespolitiker.
Leitbetrieb als Buhmann
„Mit Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass unser Unternehmen als Buhmann einer angeblich verfehlten Förderpolitik herhalten muss“, sagt der designierte Geschäftsführer von Lenzing Fibers, Bernd Zauner, zu den Vorwürfen. Das Gegenteil sei der Fall. Die Lenzing Fibers GmbH habe sich nach anfänglich schwierigen Jahren zum wichtigsten Leitbetrieb des Südburgenlandes entwickelt und gehöre zu den erfolgreichsten Ziel-1-Industrieansiedlungsprojekten.
„Lenzing hat in Heiligenkreuz mehr als 225 Millionen Euro investiert. Erst im letzten Jahr wurden in einer Ausbaustufe 27,5 Millionen Euro aufgewendet“, nennt Zauner Zahlen, wonach über Löhne und Gehälter, Sozialleistungen, Steuern und Aufträge zehn bis 15 Millionen Euro jährlich im Burgenland bleiben. Lenzing trage als technologisches Aushängeschild und Umweltpreisträger mit einem Industrie-, Gewerbe- und Tourismusmix zum wirtschaftlichen Aufschwung der Region bei.






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