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09.03.2010 12:08 Uhr

Unfall entfacht Clinch der Gewalten

Die Exekutive bestätigt Raserei als Mitgrund des tragischen Unfalls vor dem Grazertor und entschärft Kritik des Bürgermeisters.

Unfall entfacht Clinch der Gewalten - Der Schutzweg auf Höhe der Raiffeisenbank Feldbach war Schauplatz des tragischen Unfalls, bei dem zwei Mädchen von einem Pkw erfasst wurden.       Foto: WOCHE
Der Schutzweg auf Höhe der Raiffeisenbank Feldbach war Schauplatz des tragischen Unfalls, bei dem zwei Mädchen von einem Pkw erfasst wurden. Foto: WOCHE


Das verwaltungspolizeiliche Verfahren ist eingeleitet worden. Die Anzeige wurde an die Staatsanwaltschaft Graz weitergeleitet“, so Bezirkskommandant Franz Fasching zum Stand der Dinge im tragischen Verkehrsunfall am Zebrastreifen auf Höhe der Raiffeisenbank Feldbach, bei dem zwei Mädchen lebensgefährlich bzw. schwer verletzt wurden.

Raserei und Sonne als Ursache

Dass teils Raserei zum Unglück führte, bestätigt nun Chefinspektor Alois Koller: „Laut Zeugenaussagen haben sich der Unfalllenker und ein zweiter junger Mann ein Rennen geliefert. Sie haben vermutlich schon vorher vier Runden gedreht. Während die beiden Mädchen dem ersten Lenker noch ausweichen konnten, hatten sie beim zweiten keine Chance mehr.“
Die Aussage des angeklagten Probeführerscheinbesitzers, dass ihn die starke Sonneneinstrahlung irritiert bzw. die Sicht genommen hätte, bewahrheitete sich im Zuge der Ermittlungen. Fehlende Bremsspuren unterstreichen das Ergebnis.
Heftige Kritik an der Exekutive selbst hagelt es vonseiten Feldbachs Bürgermeister Kurt Deutschmann: „Die Anrainer und ich haben jahrelang auf die Wettfahrten aufmerksam gemacht – es muss immer vorher was passieren. In Sachen Raserei hat die Polizei versagt. Das ist auch die Volksmeinung.“
Spekulationen bezüglich bescheinigter Untätigkeit weisen die „Beschuldigten“ entschieden zurück: „Wir waren kurz vor dem Unfall mit einer Streife am Hauptplatz anwesend. Natürlich haben die Jugendlichen abgewartet, bis die Beamten wieder weg waren. Wir haben die Situation ja schon im Vorjahr beobachtet, schwerpunktmäßig Aktionen gesetzt, auch mit Zivilstreifen durchgegriffen. Das Problem besteht darin, dass sich die Gruppen abwechseln und stets Führerscheinneulinge dazustoßen“, argumentiert Koller.

Stabiler Zustand

Von einem stabilen Zustand spricht Michael Höllwarth, Leiter der Grazer Kinderchirurgie, im Falle des 15-jährigen Unfallopfers, das sich wie gehabt im künstlichen Tiefschlaf befindet.

markus.kopcsandi@woche.at

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