Zwei Fronten prallen derzeit in Fladnitz im Raabtal aufeinander. Besorgte Eltern kritisieren die Firma Monschein-Lafer und werfen speziell einem Fahrer verantwortungsloses Verhalten im Straßenverkehr vor.
Grund der Aufregung ist die von mehreren Eltern bestätigte Beobachtung, dass Kinder immer wieder direkt auf der stark frequentierten Landstraße aus dem Schülerbus entlassen werden. Stattdessen, fordert Margit Reindl, deren elfjährige Tochter Jasmin die Hauptschule in Kirchberg an der Raab besucht, solle der Fahrer in die Haltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite bzw. auf einen Platz direkt daneben einfahren. „Dort müssten die Kinder nicht die Straße überqueren und wären vor dem Nachfolge- und Gegenverkehr geschützt.“
Direkt angesprochen, reagierte der betroffene Chauffeur angeblich wenig verständnisvoll: „Er hat mich aufs Wüsteste beschimpft und gesagt, ich solle mich schleichen.“ Auch ein Anruf im Büro des Unternehmens zeigte laut Reindl nicht die gewünschte Wirkung.
Kein Gesetz verletzt
Gerhard Lafer, seit zehn Jahren Geschäftsführer des Unternehmens, bekräftigt hingegen, dass die von den Eltern missbilligte Vorgehensweise völlig gesetzeskonform sei. „Der eigens gekennzeichnete Schülerbus bleibt stehen und schaltet die Warnblinkanlage ein. Nachfolgende Fahrzeuge dürfen nicht überholen und der Fahrer gibt den Kindern außerdem ein Zeichen, wenn sie gefahrlos die Straße überqueren können. Das Gefahrenpotenzial, wenn der Schulbus zweimal den Querverkehr kreuzt, um in diese Haltebucht einzufahren, wäre einfach zu hoch.“
Heribert Potocnik vom Sicherheitsreferat der Bezirkshauptmannschaft Feldbach bestätigt Lafers Ausführungen: „Seitens der Straßenverkehrsordnung gibt es keine Regelung, die das Halten auf der Landstraße verbietet, sofern die sicherheitstechnischen Aspekte erfüllt sind.“ Auch die sogenannte „Betriebsordnung für nicht linienmäßigen Personenverkehr“, der private Schulbusse unterliegen, schreibe keine bestimmten Ein- und Ausstiegspunkte vor, informiert Erwin Wolf vom Landesreferat Verkehrsrecht. Der Chauffeur könne grundsätzlich überall halten, wo er wolle. Gerhard Lafer zieht nun trotzdem Konsequenzen: „Es war von uns ein Entgegenkommen, die Kinder auf der Straße aussteigen zu lassen, damit sie nicht so weit nach Hause gehen müssen. Das wird es jetzt nicht mehr geben.“ Künftig werde bei der 200 Meter weiter gelegene Bushaltestelle Fladnitz/Brenten in Fahrtrichtung angehalten.
Bürgermeister Eduard Krenn, in solchen Fällen oberste Instanz, gab sich überrascht: „Bisher gab es noch keine derartigen Probleme. Ich werde mit beiden Seiten ein Gespräch führen.“
christoph.reicht@woche.at






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