Es brüllt, schreit, grunzt, quiekt und überfährt einen wie eine Dampfwalze. Die Rede ist vom Grindcore. Dieser Musikstil definiert sich größtenteils durch enormes Tempo seitens des Drummers und den brüllenden, quiekenden und grunzenden Kehlkopfverrenkungen des Sängers. Gitarre und Bass dienen meist nur zur Untermalung des Szenarios, ohne dabei zu Solo-Parts zu avancieren. „Dieser Musikstil entstand am Anfang der 80er-Jahre in den USA und in England“, erklärt uns Jürgen, Sänger der südoststeirischen Metalband Paris Slaughter Party. Der Grindcore entwickelte sich aus dem damaligen Hardcore und Punk, was sich im (meist) enorm hohen Tempo des Grindcore bemerkbar macht. Allerdings seien auch einige Metal-Einflüsse nicht von der Hand zu weisen, ergänzt Jürgen.
Enormes Tempo braucht Talent
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass man für Grindcore kein sonderliches musikalisches Können benötigt, da es doch bloßes Herumgeholze ist, wie viele Kritiker zynisch meinen. „Falsch“, kontert Jürgen, denn gerade bei so enormem Tempo und häufigen Rhythmuswechseln käme es auf Können und Präzision an. „Einige regionale Bands, darunter auch wir, lassen Grindcore-Elemente einfließen, da es die Musik abwechslungsreicher gestaltet.“
Mittlerweile hat sich der Grindcore in unzählige Untergruppen aufgesplittert, von denen nur noch wenige die früheren Überzeugungen der stark engagierten, linksradikalen und politischen Sozialkritik beibehalten haben. Lange schon versuchen einige Bands, sich in dieses Genre zu schmuggeln, indem sie CDs mit blutgetränkten, menschenverachtenden Albumcovern produzieren. Einen gewissen Hang zur wahrheitsaufzeigenden Kompromisslosigkeit kann man dieser Musikrichtung zwar nicht absprechen, doch was früher als notwendiges Instrument zum gesellschaftlichen Wachrütteln Gebrauch fand, wird heute mancherorts zweckentfremdet. Unter anderem wäre hier der Pornogrind (Erklärung überflüssig) oder Goregrind, der sich vorwiegend mit dem Thema Pathologie auseinandersetzt, zu erwähnen.
Nur 60 Sekunden
Die Songlänge ist beim Grindcore etwas, das einem sofort ins Auge springt. Meist kratzen die Songs an der Ein-Minuten-Marke, wobei Napalm Death, eine der ersten Grindcore-Bands, hierbei mit einem Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde gewürdigt wurde. Ihr Song „You suffer“ dauert nämlich nur eine Sekunde.
„Die ersten Grindcore-Bands stammen größtenteils aus England, wie beispielsweise Repulsion, Terrorizer, Napalm Death und Carcass, wobei Letztere eher zum Deathgrind, einer Mischung aus Grindcore und Death-Metal tendieren“, erzählt uns Jürgen weiter und gibt einen Tipp mit auf die Reise: „Allen, die es jetzt nach mehr dürstet, kann ich empfehlen, sich auf myspace umzusehen.“
daniel.buechsenmeister@woche.at






P&H-Disco, 06.03.2010
juegoPARTY, 20.2.2010
Egon 7, supported by JunkFunk, 20.02.2010
Fasching, Fürstenfeld, 16.2.2010
Fasching, Fehring, 16.2.2010
Faschings, Feldbach, 16.2.2010
Maskenball Riegersburg
Fasching, St. Veit, 14.2.2010
Großes Faschingszeichnen
Pfadfinderball, 6.2.2010









