Empörung in den Landespflegezentren

Die Landespflegezentren wie Bad Radkersburg haben einen großen Stellenwert in der Bevölkerung und bilden eine wesentliche Säule der Altenpflege. Foto: WOCHE

Bad Radkersburg: Landespflegezentrum | Zentralbetriebsrat und Gewerkschaft fordern,
die Landespflegezentren in der Zuständigkeit des Landes zu belassen.

"Die Empörung in den Häusern ist groß. Keiner versteht, warum diese Pflegeheime vom Land abgestoßen werden sollen“, sagt Christgewerkschafter und AK-Vizepräsident Franz Gosch zu Plänen der Landesregierung. Betroffen sind neben dem Landespflegezentrum Bad Radkersburg auch die Standorte in Mautern, Knittelfeld und Kindberg. Widerstand gegen diese Pläne kommt von den Betriebsräten und der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG). „Das Land muss ein Zeichen setzen und wir fordern eine rasche politische Entscheidung von Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder“, führt die Vorsitzende des Zentralbetriebsrates, Relly Niederl, weiter aus. Gemeinsam mit Gosch beklagt sie, dass die hart geführten Verhandlungen mit der Landesregierung wegen des drohenden Verkaufes der Einrichtungen derzeit unterbrochen sind.
Die beiden fordern auch eine rasche Entscheidung für das Personal, das sich in einer prekären Situation befindet: „Wegen der ungewissen Zukunft lässt das Land alle befristeten Verträge auslaufen, obwohl noch vor Kurzem die unbefristete Übernahme zugesagt wurde.“ Der ohnehin knapp bemessene Personalstand könnte sich so in den nächsten sechs Monaten um etwa 30 Mitarbeiter reduzieren. Dieselbe Zahl scheidet in nächster Zeit durch Pensionierung aus. „Manche sprechen vom Aushungern unserer Einrichtungen“, klagt Niederl.
Intensive Verhandlungen
Als Maßnahmen werden Betriebsverhandlungen abgehalten, aber auch Konzepte erstellt, um die bestehenden Einrichtungen zu Pflegekompetenzzentren auszubauen. Damit will man weiterverhandeln.
Intensive Verhandlungen bestätigt auch die zuständige Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder: „Geprüft wird die Übergabe der Pflegeheime Radkersburg und Knittelfeld an die Kages und der Pflegeheime Kindberg und Mautern an die jeweiligen Sozialhilfeverbände.“ Edlinger-Ploder erwartet ein Ergebnis vermutlich noch im Sommer. „Wichtig ist für mich, dass es für die Bewohner ein gutes Ergebnis gibt. Kein Mitarbeiter wird seinen Arbeitsplatz verlieren, nicht einmal in die bestehenden Verträge der Landesangestellten wird eingegriffen“, hofft die Landesrätin, dass unter diesen Aspekten alle an einer optimalen Lösung für alle Beteiligten mitarbeiten und nicht an überholten Strukturen festhalten. „Niemand muss Sorge haben“, beruhigt sie abschließend.




walter.schmidbauer@aon.at

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